Deutschland auf Platz 3 der Weltwaffenexporteure

Deutschland auf Platz 3 der Weltwaffenexporteure

Entrüstet euch!

Das Motto der Friedensdekade 2010 „Entrüstet euch“ rief dazu auf, sich nicht mit dem Rüstungswettlauf abzufinden. Der Protest gegen todbringende Rüstungsindustrie, die in einem Maß wie nie zuvor boomt, darf nicht nachlassen.
Im Brief des Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche werden deutlich die Herstellung und Verbreitung von Waffen als eine Hauptursachen für die Bedrohung der Menschheit angesprochen. Und die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) kritisiert vehement die erneut dramatisch gestiegenen Waffenlieferungen aus Deutschland. Sie weist im Rüstungsexportbericht 2013 darauf hin, dass sich Waffenverkäufe immer noch vorrangig an außenwirtschaftlichen und industriepolitischen Gesichtspunkten orientieren. Auch im Koalitionsvertrag von von 2013 ist das Gesamtbild ähnlich wie in den Jahren zuvor. Es braucht aber eine Kehrtwende hin zu einer tatsächlich restriktiven Genehmigungspraxis. Die notwendige Kehrtwende wird jedoch nicht gelingen ohne einen Perspektivwechsel: Rüstungsgüter, seien es direkt zur Kriegsführung bestimmte Waffen oder andere, sind Gewaltmittel; ihr Export ist zuerst unter friedensethischen Kriterien zu bewerten ähnlich wie die Anwendung von Gewalt selbst.
Deutschland lieferte wieder Waffen an Afghanistan, Ägypten, Angola, Brasilien, Indien, Indonesien, Israel, Nigeria, Pakistan, Indien, Saudi Arabien und andere Länder.

Doch die Verbreitung von Waffen macht unsere Welt nicht sicherer. Im Gegenteil, einmal in Umlauf gebracht, dreht sich die Gewaltspirale weiter. Denn Sicherheit ist nicht eine Frage der Waffen, sondern eine Folge der Gerechtigkeit: Ein Weltwirtschaftssystem, in dem fast eine Milliarde Menschen an Hunger oder Unternährung leiden, kann nicht durch Waffen stabilisiert werden.

Mit der Kampagne „AKTION AUFSCHREI – Rüstungsexporte ächten, Opfer entschädigen!“ die am 1. September, dem Antikriegstag, starten wird, soll der Handlungsdruck auf die politisch Verantwortlichen massiv erhöht werden. Nehmen Sie deshalb die Proteste gegen den Rüstungswahn bewusst wahr, beteiligen Sie sich an Demonstrationen und Unterschriftenaktionen!
Weitere Hintergrundinformationen wie die Waldkircher Erklärung und Hinweise auf Organisationen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, finden Sie hier als pdf.

Bild: matilde.m.s, CC BY-NC-SA 


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