Die Gegner der Kernkraftnutzung bekommen neuen Auftrieb
Die schwarz-gelbe Regierung denkt um in Sachen Kernkraft. Fukuschima machte es möglich. Ist die Laufzeitverlängerung vom Tisch? Die ältesten Atomkraftwerke wurden vorläufig stillgelegt. Wir dürfen gespannt sein, was die Sicherheitsüberprüfung bringen wird. Auch die Einschätzung der Ethikkommission, welche die Kanzlerin einberufen wird, wird hoffentlich eine gründliche Hinterfragung der umstrittenen Technologie zur Folge haben. Es ist zu wünschen, dass das Expertengespräch von einer breiten gesamtgesellschaftlichen Diskussion begleitet wird.
Vielen Menschen ist in den letzten Wochen klar geworden, dass dem Ausbau der erneuerbaren Energien politischer, finanzieller und wirtschaftlicher Vorrang einzuräumen ist. Dazu müssen auch Steuergelder fließen. Schließlich wurde auch der Atomstrom mit 80 Milliarden unterstützt und die Lösung der Endlagerfrage wird auch letztlich der Steuerzahler finanzieren müssen.
Allerdings gibt es immer noch zu viele, die an den Segen der Atomkraft glauben. Nicht zuletzt trug die jahrzehntelange Propaganda der Atomwirtschaft dazu bei, indem sie gebetsmühlenartig die folgenden Behauptungen verbreiten ließ:
Atomstrom ist billig!
- Ja wenn man ausblendet, den Abriss der Anlage wird vom Steuerzahler dadurch mitfinanziert wird, dass die Energiekonzerne jedes Jahr Millionen von ihrer Steuerschuld absetzen können.
- Ja, wenn man unterschlägt, dass auch die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen fast das Doppelte dessen kostet, was sie einbringt,
- Ja, wenn man die Kosten (und Folgen!) für die Zwischen- und endlagerung ausblendet,
- Ja, wenn man nicht zur Kenntnis nimmt, dass keine ausreichende Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke besteht. Eine Studie, noch von der Regierung Kohl in Auftrag gegeben, rechnet vor, dass bei einer Umlage der Versicherungsprämie auf den Strompreis 1 DM (51 ct) pro Kilowattstunde verlangt werden müsste.
Atomstrom ist sicher
- Ja, wenn man nur die technologischen Wunderwerke der Deutschen im Blick hat
- Ja, wenn man alle Störfälle ausblendet
- Ja, wenn man Flugzeugabstürze, Erdbeben, Sabotagen, Terroranschläge, menschliches Versagen ausschließt
- Ja, wenn man eine Häufung von Leukämiefällen in der Umgebung von Kraftwerken bestreitet
Atomstrom ist CO2-frei und sauber
- Ja, wenn man dieser Lüge glaubt, denn das Gegenteil ist der Fall: Grund ist die vorgelagerte Prozesskette vom Abbau und der Anreicherung des Uran, der Konditionierung, der Brennelementefertigung bis zum Transport usw.. Auch die späte Wiederaufbereitung verschlingt massenweise Energie. So muss jeder Kilowattstunde Atomstrom bis zu 160 Gramm CO2 angerechnet werden.
- Ja, wenn man meint, dass die Endlagerung längst gelöst sei und bisher nur am Widerstand von Ignoranten scheitere. Die jüngst ans Tageslicht gekommene Wahrheit über Asse und die Machenschaften zur Vertuschung, risse in den Granitgestein von Bergwerken sprechen eine andere Sprache.
„Mit scheinheiligen Argumenten, teuren Kampagnen und exzessiver Lobbyarbeit ist es der Atomindustrie gelungen, die Öffentlichkeit in die Abwägungsfalle zu locken: Ist Atomenergie nicht doch das kleinere Übel?“, so steht es im Vorwort der Broschüre 100 gute Gründe gegen Atomkraft, einer Initiative der Elektrizitätswerke Schönau, die zu den verlässlichen Anbietern von Ökostrom gehören.
Informieren Sie sich und ziehen Sie eine konsequente Schlussfolgerung: Wechseln Sie zu Ökostrom! Eine Hilfe dazu bietet ein Artikel bei emk-gfs.de unter der Rubrik „Schöpfung“ oder „Gemeindebrieftexte“.