Deutsch­lands Ver­ant­wor­tung — Stop schlei­chen­de Mili­ta­ri­sie­rung

Immer kla­rer for­mu­liert die Regie­rung (Stand: April 2015), was der Bun­des­prä­si­dent in sei­ner Rede auf der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz 2014 damit mein­te:

  • mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on zur Ein­däm­mung von Kon­flik­ten
  • Auf­bau von euro­päi­schen Streit­kräf­ten
  • Auf­sto­ckung der Wehr­etats
  • Ent­wick­lung von waf­fen­fä­hi­gen Droh­nen (Bun­des­kanz­le­rin, Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin)
  • Stär­kung der Ost­gren­zen der NATO (Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin)

Mer­ken wir, wohin der Hase läuft? Eine schlei­chen­de Mili­ta­ri­sie­rung hält im gesell­schaft­li­chen Dis­kurs sei­nen Ein­zug. Bun­des­wehr macht Wer­bung in den Schu­len. In den Medi­en wur­den auf dem Höhe­punkt des Bür­ger­kriegs in der Ukrai­ne Stim­men laut, die mehr Ent­schlos­sen­heit und Här­te gegen­über Russ­land for­der­ten (Kon­se­quen­zen ver­schwieg man tun­lichst).

Wo bleibt die Auf­sto­ckung der Mit­tel für die Ent­wick­lungs­hil­fe? Wann stößt die Bun­des­re­gie­rung den gesell­schaft­li­chen Dis­kurs über glo­ba­le Soli­da­ri­tät mit den Men­schen an, die unter dem Kli­ma­wan­del und dem Raub­bau von Res­sour­cen auf­grund unse­res kon­sum­ori­en­tier­ten Lebens­stils lei­den? War­um bleibt der Ent­wick­lungs­hil­fe­mi­nis­ter Mül­ler so iso­liert mit sei­nen lobens­wer­ten Initia­ti­ven für die Ein­hal­tung von Umwelt- und Sozi­al­stan­dards in der Tex­til­in­dus­trie?

Wer hat Ide­en für die Mobi­li­sie­rung der christ­li­chen Öffent­lich­keit im Sinn der Kern­an­lie­gen von Gerech­tig­keit, Frie­den und Bewah­rung der Schöp­fung?

Letz­tes Jahr schrieb ich übri­gens einen Brief an Bun­des­prä­si­dent Gauck, in dem ich ihn frag­te, war­um eigent­lich der Aspekt der Gerech­tig­keit in sei­ner Rede nicht vor­kommt. Ob sein Refe­rent wenigs­tens die Quint­essenz an ihn wei­ter­gab?

 

Bild: Uwe Hiksch, Pro­test Schu­le ohne Mili­tär vor Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Ber­lin 2013, CC-Lizenz

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