Wir leben auf Pump

Seit dem 29. Juli 2019 leben wir ökologisch betrachtet auf Pump. Nach einer Berechnung von Umweltschützern und Wissenschaftlern waren an diesem Tag die natürlich nachwachsenden Ressourcen der Erde aufgebraucht. Nie zuvor fand der „Erdüberlastungstag“ früher im Jahr statt.

Doch was heißt das? Nehmen wir mal an, wir haben am 1. Januar eine gut gefüllte Speisekammer und müssen uns daraus das ganze Jahr versorgen. Das klappt anfangs wirklich gut, aber dann ist plötzlich alles aufgegessen und alles verbraucht, was eine sich selbst erhaltende Natur innerhalb von zwölf Monaten liefern kann. Dazu zählt Wasser, Brennmaterial, Bauholz, Getreide, Fische und sogar Platz, um Müll zu entsorgen. Am 29. Juli war die Speisekammer leer und wir müssen uns für die restliche Zeit des Jahres etwas „pumpen“.

Am 19. Dezember 1987 fand erstmals ein Erdüberlastungstag statt, zur Jahr­tausendwende am 1. November und in diesem Jahr bereits im Juli. Die Prognosen für die folgenden Jahre sind erschreckend. Wir leben auf Pump der folgenden Generationen, die nicht mehr ausreichend Ressourcen zum Leben vorfinden werden.

Übrigens: nur auf Deutschland bezogen, fand der Tag bereits am 1. Mai 2019 statt.

Und nun? Mit kleinen Schritten können wir dazu beitragen, dass die natürlichen Ressourcen geschont werden, indem wir Geräte wirklich abschalten anstatt sie im Standby-Modus zu lassen, Leitungswasser statt Mineralwasser trinken, Produkte in Mehrweg- statt in Einwegflaschen kaufen. Lebensmittel plastikfrei und „bedarfsgerecht“ einkaufen sind ebenfalls kleine Beiträge, die ohne großen Aufwand umgesetzt werden können. Das Umweltbundesamt schätzt, dass ca. ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen wird, u.a. weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Und wir alle haben sicher noch weitere, kreative Ideen…

Kleine Schritte gehen und damit Schöpfung bewahren – nachhaltig.lokal.fair

Gerd Petras, Kirchlicher Umweltauditor

Bild: germanwatch.org